Madeira Studienreisen und Rundreisen
Sehenswürdigkeiten in Madeira
Botanischer Garten in Funchal
Bild: Taglilie Botanischer Garten Funchal
Madeira wird auch als Blumeninsel bezeichnet und der Botanische Garten in der Nähe von Funchal macht deutlich, warum das so ist. Deshalb sollte auf Rundreisen durch das Land ein Ausflug zu dieser Sehenswürdigkeit enthalten sein.
Lage
Der Botanische Garten liegt auf halber Strecke zwischen der Inselhauptstadt Funchal und dem Ort Monte. Aufgrund seiner Höhenlage war Monte lange ein beliebter Luftkurort, der bis zum zweiten Weltkrieg vor allem die Oberschicht und wohlhabende Touristen anzog.
Monte ist schon länger durch eine Seilbahn mit Funchal verbunden. Seit einigen Jahren führt auch eine Gondelbahn vom höher gelegenen Monte zum Botanischen Garten hinunter. Auf dieser Strecke hat man eine großartige Sicht auf die Bucht, die Stadt Funchal und auf die Region mit ihrem Pflanzenreichtum.
Geschichte
Der Park war schon länger im Gespräch, eröffnet wurde er allerdings erst im Jahr 1960. Errichtet wurde er auf einem Grundstück, dessen ehemaliger Besitzer der aus Schottland eingewanderte William Reid war. Reid hat durch Wein- und Immobilienhandel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Vermögen erwirtschaftet und war dann als Hotelier tätig. Auf dem Parkgelände ist in seinem ehemaligen Herrenhaus heute ein Naturgeschichte Museum untergebracht. Es befindet sich unmittelbar nach dem Eingang.
Aufbau und Besonderheiten
Der Park beherbergt mehr als 2.000 exotische Pflanzen und ist in mehrere Themenbereiche untergliedert. Es gibt einen Bereich für endemische Pflanzen und einen weiteren mit Bäumen, die weltweit und in den entlegensten Gebieten vorkommen. Im dritten Bereich werden tropische Pflanzen und Arzneipflanzen vorgestellt, der vierte ist den Sukkulenten vorbehalten. Abgerundet wird das Angebot durch einen angeschlossenen Vogelpark mit etwa 350 exotischen Vögeln.
Somit ermöglicht dieser beeindruckende Park imaginäre Reisen in die vielfältige Flora und Fauna der ganzen Welt. Er erstreckt sich über 80.000 Quadratmeter, das Gelände ist leicht abschüssig, immer wieder ergeben sich schöne Blicke auf die Bucht von Funchal.
Kathedrale Sé in Funchal/ Madeira
Eine Sehenswürdigkeit auf der Blumeninsel Madeira ist die Kathedrale Sé in der Hauptstadt Funchal. Sie ist die bedeutendste Kirche der Insel und sowohl für Einheimische als auch für Touristen ein wichtiger Anziehungspunkt. Besonders Studienreisen finden den Weg hierher, um die wertvollen Schnitzarbeiten der Kirche zu bewundern.
Geschichte und Baustile der Kathedrale
Ihr eigentlicher Name ist Sé Catedrale de Nossa Senhora da Assunção. Am Ende des 15. Jahrhundert wollte man auf Madeira die alte Kirche vergrößern, da die Gottesdienstbesucher nicht mehr ins Gotteshaus hineinpassten. Doch dieser Umbau blieb ohne Erfolg und so entschloss man sich für einen Neubau. Im frühen 16. Jahrhundert begann man auf dem Campo do Duque mit dem Bau der Kirche. Den Grundstein legte der portugiesische König Manuel I.. Unter der Leitung des Steinmetzes Gil Enes und dem Zimmermann Péro Annes entstand das spätgotische Bauwerk. 1517 wurde die Kirche offiziell zur Kathedrale geweiht.
Elemente maurischer, gotischer und manuelinischer Architektur vermischen sich hier. Auch sind Eigenheiten der madeirischen Bauweise zu finden. Der Innenraum der Kathedrale wird von zehn gotischen Bögen eingenommen, die die Kirchenschiffe miteinander verbinden. In den Seitenschiffen sind sechs gotische Kapellen eingebaut. Acht manuelinische Fensterluken an den Seitenwänden und schmale, längliche Fenster über dem Altarraum lassen nur wenig Licht ins Innere. Durch einen Triumphbogen gelangt man zum Altar, an dessen Seiten jeweils zwei Holzsitzreihen aufgereiht sind. Die höher gelegenen waren für die Domherren reserviert, die tieferen für die Kaplane. Auf den Sitzflächen und Armlehnen sind wunderschöne Schnitzereien mit Bildern von Aposteln und Propheten zu sehen. Der Altaraufsatz besteht aus vergoldetem Schnitzwerk mit kleinen Skulpturen.
Die Kapelle hinter dem Altar ist mit einem faszinierenden Wandbild verkleidet, das aus verschiedenen, mit Goldrahmen verzierten Bildtafeln besteht. Das Taufbecken, die Kanzel und der kleine Hochaltar stammen aus der Zeit des Königs Manuel. Die beeindruckende Deckenverzierung ist aus einheimischen Hölzern gefertigt und eine der schönsten Portugals.
Cabo Girão auf Madeira
Nur 10 Kilometer östlich von Funchal liegt das kleine Örtchen Camara de Lobos. Hier findet sich der östlichste Punkt der Insel Madeira. Auf einer Studienreise auf die Blumeninsel ist der Besuch von Cabo Girão, den Steilklippen, nahe Camara de Lobos ein Muss. Sie sind mit dem Auto oder dem Bus sehr einfach von Funchal zu erreichen und können jederzeit besichtigt werden. Die beste Besuchszeit ist der frühe Morgen, wenn die Sonne aufgeht oder gerade aufgegangen ist.
Nur für Schwindelfreie
In Cabo Girão endet Madeira. Aber nicht einfach mit einem Sandstrand ins Meer, sondern mit einer gewaltigen Bastion aus Fels. Die Felsformation am Cabo Girao ragt hoch aus dem Meer hinauf und führt zu einer Hochterrasse, die die eigentliche Insel Madeira ausmacht. Sie entstanden in der vulkanischen Vergangenheit der Insel. Knapp 600 Meter ragen die Klippen hoch und machen sie zu den höchsten in der Europäischen Union. Von hier haben Besucher einen herrlichen Rundblick auf die Insel und das Meer. Cabo Girão ist ein beliebtes Ausflugsziel für Naturliebhaber und für alle, die gerne Fotografieren. Und für all jene, die schwindelfrei sind, bietet eine Glasterrasse einen herrlichen Blick nach unten, wo madeirische Bauern ihre Felder bestellen. Eine Seilbahn führt zu ihnen hinab. Bis 2012 konnten die Bauern ihre Felder nur über das Meer erreichen.
Die höchsten Klippen Europas
Cabo Girao laden nicht nur Naturliebhaber ein, sich an den Felsformationen zu erfreuen, sondern auch Sportler. Die Klippen sind ein wunderbarer Ausgangspunkt für Paraglider. Wer es ein wenig bodenständiger mag, kann sich an der kleinen Kapelle Nossa Senhora de Fatima erfreuen, einem rustikalen und sehr charmanten Beispiel der madeirischen Volksarchitektur. Die Bergstation der Seilbahn beherbergt auch ein kleines Lokal, in dem sich Besucher nach dem Sattsehen an der herrlichen Natur ein wenig stärken können. Aber auch auf der Anfahrt beziehungsweise Rückfahrt laden viele kleine Bistros und Restaurants die Besucher zum Verweilen ein.
Lavahöhle von Sao Vicente
Die Insel Madeira bietet viele Sehenswürdigkeiten aus Kultur und Geschichte. Die Lavahöhle von Sao Vicente ist ein Relikt aus der fernen Vergangenheit, als die Insel noch Teil eines Vulkansystems war. Die Höhlen sind ein beliebtes Ausflugsziel von Einheimischen wie auch Reisenden. Sao Vicente ist knapp 40 Kilometer von Funchal, der größten Stadt Madeiras, entfernt und leicht mit einem Auto oder Taxi zu erreichen.
Verschlungene Pfade unter Tage
Bei einer Studienreise nach Portugal oder speziell Madeira ergibt sich die passende Gelegenheit, die feurige Vergangenheit der heutigen Blumeninsel kennenzulernen. Die Lavahöhlen von Sao Vicente wurden 1885 entdeckt und sind heute zugänglich. Das unterirdische Labyrinth umfasst mehr als einen Kilometer an Gängen, so dass Besucher nur eine geführte Tour in das Innere der Insel buchen können. Aber auch so erhalten sie einen faszinierenden Einblick in die Lavahöhle, die sich vor mehr als 800000 Jahren bei einem Vulkanausbruch gebildet hat. Die Höhlen sind der Rest der Lavaströme, die sich ihre Wege unterirdisch zum Meer gesucht hatten. Die Lava hat überall ihre Spuren hinterlassen, so zum Beispiel die glasartigen Gesteine, die durch die Hitze aufgeschmolzen wurden und wieder erstarrt sind. Auf Besucher wartet in den Lavahöhlen ein natürlicher Skulpturenwald, den Urlauber gemütlich besichtigen können. Freuen Sie sich auf diese besonderen Sehenswürdigkeiten. Obwohl das Wandern in der Höhle durchaus anspruchsvoll sein kann, wird der Tour Guide für Besucher keine schwierigen Wege aussuchen.
Ein Zentrum für Vulkanismus-Wissbegierige
Nahe der Höhle bietet das Vulkanismus-Zentrum weitere und tiefgehende Einblicke in die Zeit, als Vulkane diese Region beherrschten. Das Vulkanismus-Zentrum ist nicht nur ein Schaumuseum für Studienreisende nach Madeira, sondern auch eine Forschungsinstitution, die renommierte Vulkanologen beherbergt. Zwar gibt es heute keinen aktiven Vulkanismus mehr auf Madeira, aber die Forschungen von dort helfen Menschen weltweit beim Verstehen des Vulkanismus. Das Zentrum öffnet täglich seine Türen für wissbegierige Besucher und bietet neben dem Einblick in den Vulkanismus auch einen Ort, um sich von der Wanderung durch die Lavahöhlen zu erholen.
Naturschwimmbäder und Aquarium in Porto Moniz
Porto Moniz liegt malerisch auf einer Lavazunge, die weit ins Meer hinausragt. Der durch seine Weinreben berühmte Ort an der Nordwestspitze zählt zu den schönsten auf Madeira. Die Rebsorte Sercial gedeiht hier prächtig und zwei Attraktionen machten Porto Moniz zu einem touristischen Anziehungspunkt: Die sehenswerten Naturschwimmbäder und das großartige Meeresaquarium.
Schutz vor der starken Brandung des Ozeans
Den Namen verdankt der Ort auf Madeira Francisco Moniz, der mit einer Enkeltochter des legendären Insel-Entdeckers Goncalves Zarco verheiratet war. Wer Porto Moniz besucht, der kommt nicht nur wegen der exzellenten Fischrestaurants, sondern insbesondere wegen der Lavaschwimmbecken, die stets von den frischen Fluten des Atlantiks gespeist werden und deshalb eine herrliche Erfrischung an heißen Sommertagen darstellen. Die Badegäste sind vor der starken Brandung des Ozeans geschützt, und wer über die natürlichen Begrenzungen hinausblickt, der gewahrt die kleine felsige Insel Ilheu Mole mit ihrem Leuchtturm. Das Piscina naturalis gilt als schönstes Meerwasser-Schwimmbad auf Madeira. Die Eintrittspreise sind eher gering und das Badevergnügen ungetrübt. Es gibt Duschen, Umkleidekabinen mit Schließfächern und eine Bar.
Auf Entdeckungsreise im Meeres-Aquarium
Vom Schwimmbad zwischen den Lavafelsen sind es nur wenige Schritte zum prächtigen Meeres-Aquarium von Porto Moniz am historischen Hafen. Es erhielt mit der restaurierten Ruine des Forts Sao Joao Batista aus dem 18. Jahrhundert eine bemerkenswerte Kulisse. In zwölf Ausstellungstanks des Aquariums befindet sich fast gesamte Unterwasserwelt Madeiras. Der größte Tank enthält eine halbe Million Liter Meereswasser, und wer es mag, der kann dort mit einigen ungefährlichen Haien und Rochen tauchen. Das Aquarium wurde im September 2005 eröffnet und ist ein Spiegelbild der Artenvielfalt des Ozeans um Madeira. Dem Betrachter präsentiert sich bei klassischer Musik das gesamte Spektrum der Meeresbewohner, wobei auch die kleineren Lebewesen wie den Krebsen, Schnecken und Seesternen Beachtung geschenkt wird. Das Aquarium von Porto Moniz bietet die Chance auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise.